Ideen und Ziele all2gether

Die Idee Branchenlösung für das KVG

Die Informatiksituation bei den Krankenkassen geht aus dem Erfahrungsbericht über die IT-Entwicklung bei den Schweizerischen Krankenkassen während den vergangenen 20 Jahren hervor. Daraus abgeleitet müssen die Anforderungen und somit auch die Komplexität der Branchensoftware massiv reduziert werden. Diese Tatsache, auch resp. insbesondere in Verbindung mit der politischen Situation, führt zu der Erkenntnis, dass eine neue Branchenlösung nur für das KVG konzipiert werden sollte.
Die politischen Vorteile mittels Trennung von KVG und VVG liegen auf der Hand, da neben dem Kostenfaktor auch das Controlling vereinheitlicht und viel transparenter wird. Um zusätzliches politischesw Gewicht zu erhalten, ist auch das BAG zu informieren resp. zu involvieren.
Die Idee "Branchenlösung KVG" dient zudem als Sprungbrett für die bevorstehenden politischen Veränderungen (Trennung KVG/VVG oder eine nächste Abstimmung über die Einheitskasse etc.): Falls in irgendeiner Form diese Veränderungen eingeleitet werden, sind die Grundlagen im Software-Bereich bereits vorhanden; falls man mit der "Pflästerli-Politik" weiterfahren sollte, hat das Projekt sehr gute politische Argumente für eine Kostentransparenz mittels Einheitssoftware. Mit all2gether soll eine neue Branchenlösung für das KVG-Geschäft entstehen, welche für jede Krankenkasse in der Schweiz eingesetzt werden kann und sämtliche gesetzlichen Anforderungen abdeckt. Zudem sollen die Prozzesse massiv vereinfacht und vereinheitlicht werden, was auch die Einbindung der anderen Partner im Gesundheitswesen und insbesondere auch die Aufsicht massiv erleichtert. Beispiele dazu sind: Krankenkassenwechsel, elektronische Leistungsabrechnung, automatischer Austausch der Aufsichtsdaten (Balanded Score Card), verbessertes Gesundheitsinformationssystem, einheitliche Statistiken, Patientendossier etc.

Nachfolgend sind nochmals die strategischen Ansätze für die Umsetzung der Idee "Branchenlösung KVG", bei welcher es insbesondere um die Existenzsicherung für die Zukunft der Krankenversicherer in der Schweiz geht zusammengefasst:
a) Mit all2gether sollen die Grundlagen für die Krankenversicherung der Zukunft gelegt werden und das, möglichst unabhängig der politischen Entwicklung; d.h. es sollen die Grundlagen für das "Überleben" der Krankenversicherung mit oder ohne Einheitskasse gelegt werden.
b) Mit der Realisierung von all2gether soll auch die Möglichkeit geschaffen werden, neue Modelle für die Zusammenarbeit unter den Krankenkassen und im Gesundheitswesen schlechthin zu verwirklichen (z.B. Auslagerung des KVG-Geschäftes oder auch Teile davon).
c) Im Vordergrund steht nicht nur eine Kostensenkung bei den Verwaltungs- und Informatikkosten bei den Krankenkassen, sondern vielmehr die Vereinfachung und Optimierung der Prozesse, die Verbesserung der Kostenkontrolle, die Grundlagenbeschaffung für die Kostenplanung und den Risikoausgleich.
d) Durch die Einheitslösung soll die Transparenz innerhalb des KVG massiv erhöht werden und damit auch für bessere und ganzheitlichere Entscheidungsgrundlagen für die Politik geschaffen werden.
e) Mit der Trennung von KVG und VVG kann das private Krankenversicherungsgeschäft, welches für die Gesamtfinanzierung des Gesundheitswesens nach wie vor eine sehr wichtige Rolle spielt und seit geraumer Zeit stark rückläufig ist, wieder auf Vordermann gebracht werden. Hier sind neue Versicherungsprodukte für das Überleben der freiwilligen Krankenversicherung unabdingbar. Solche Produkte sind aber mit den heutigen Krankenkassen-Branchenpaketen kaum oder nur unter sehr grosser Kostenfolge möglich.